Governance by Objectives - Forschung zur W-Besoldung

Mit der Einführung der W-Besoldung am 1.1.2005 durch das Professorenbesoldungs-reformgesetz erhalten neu berufene Professorinnen und Professoren neben den als Grundgehalt gewährten Bezügen Leistungszulagen. Diese Leistungszulagen können aus Anlass von Berufungs- und Bleibeverhandlungen, für besondere Leistungen in Forschung und Lehre sowie für die Übernahme von Funktionen gezahlt werden.

Die Einführung leistungsorientierter Vergütung steht für einen - zum Teil als dramatisch wahrgenommenen - Wandel in der Wissenschaftspolitik: Die Aufgabe Humboldt'scher Ideale, die Gefährdung grundgesetzlich verbriefter Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Verdrängung intrinsischer Motivation sind nur drei prognostizierte negative Folgen der Reform der Professorenbesoldung.

Die Ergebnisse der bisher durchgeführten Studien zur W-Besoldung zeigen in ganz unterschiedliche Richtungen. Während in den Diskursen Krisenszenarien aufgebaut werden, machen die Fallstudien zur Einführung der W-Besoldung deutlich, dass die Universitäten ganz unterschiedlich mit der Möglichkeit, Leistungszulagen zu vergeben, umgehen. Qualitative Interviews mit W-besoldeten Professorinnen und Professoren haben ergeben, dass die Reform nicht so dramatisch aufgenommen wird, wie die (öffentlich) aufgebauten Krisenszenarien erwarten lassen. Die Analyse der Leistungsbezügeverordnungen, also die rechtliche und bürokratische Umsetzung der Reform, vermittelt hingegen den Eindruck, als solle das alte System mit dem starken Fokus auf Berufungs- und Bleibeverhandlungen mit einem neuen Gewand versehen werden.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt Governance by Objectives von Christoph Biester erhalten Sie auf den Seiten des Projektes.